Positive Verstärkung

Positive Bestärkung ist eine Ausbildungsmethode, die darauf aufbaut, dass der Hund für jedes erwünschte Verhalten belohnt wird. Eine Belohnung ist all das, was für den Hund in diesem Moment eine Belohnung darstellt. Das kann ein Leckerli sein, aber auch ein Spiel, das Hinrennen zu Hundefreunden, das Schnüffeln an einer interessanten Stelle, etc. Durch die Belohnung gebe ich ihm eine Information über das, was ich von ihm erwarte. Ein belohntes Verhalten wird in Zukunft häufiger gezeigt werden. Ablenkungen werden nur langsam eingeführt, so dass die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund das gewünschte Verhalten zeigt, immer sehr hoch ist.

Beispiel: Der Hund setzt sich und bekommt dafür ein Leckerli. Daher wird er das Sitz in Zukunft häufiger zeigen. Wenn er das Signal beherrscht, wird das Sitz zunächst daheim in ablenkungsarmer Umgebung trainiert, dann mit leichter Ablenkung (z.B. im Garten) und schlielich bei starker Ablenkung (andere Hunde, Besuch, Wild, etc.).

Unerwünschtes Verhalten wird falls möglich ignoriert. Da es dafür keine Belohnung gibt, wird es zukünftig weniger häufig gezeigt.

Beispiel: Der Hund springt herum statt sich zu setzen. Der Hundehalter ignoriert dieses Verhalten so lange bis der Hund sich setzt. Dann bekommt der Vierbeiner eine Belohnung. Das Herumspringen wird weniger werden, da es dafr keine Belohnung gibt.

Falls man als Hundehalter das Verhalten nicht ignorieren kann (-> selbstbelohnendes Verhalten), zeigt man dem Hund ein Alternativverhalten, das mit dem unerwünschten Verhalten unvereinbar ist.

Beispiel: Ein Hund springt ständig Besucher an, weil er so aufgeregt ist. Sitz ist unvereinbar mit dem Verhalten Anspringen, da der Hund nicht gleichzeitig Sitz machen und Anspringen kann. Der Hundehalter bringt also seinem Hund zunächst das Sitz bei und trainiert das so lange bis es auch unter gößrerer Ablenkung funktioniert. Dann bittet er den Hund immer um ein Sitz, wenn ein Besucher die Wohnung betritt. Wenn der Hund daraufhin ein Sitz zeigt, wird er belohnt. Bei konsequentem Training wird sich der Hund auf Dauer vor die Besucher setzen statt sie anzuspringen.

Das Clickertraining ist eine besondere Ausformung der positiven Bestärkung. Wir benutzen hier ein Marker-Signal (das Clickclack des Clickers oder ein verbales Signal, z.B. Click), um dem Hund eine Belohnung anzukündigen.

Quelle: Hundeschule Holledau, Sonja Meiburg (zur Vervielfältigung wenden Sie sich bitte an die Autorin)

Das Markersignal

Ein wesentlicher Teil des Erfolgs in der Hundeerziehung hängt vom richtigen Timing ab.

Einen Hund, der direkt vor mir sitzt, den kann ich durch ein Leckerli problemlos belohnen. Er bekommt einfach ein kleines Stückchen Leberks, sobald sein Po Richtung Boden geht. Das versteht Dein Hund und wird das Verhalten, das ihm die Belohnung eingebracht hat (Po Richtung Boden) gerne wiederholen.

Problematisch wird es, wenn das Verhalten, das Du belohnen möchtest, entweder nur sehr kurz gezeigt (z.B. Blickkontakt) oder in einiger Entfernung durchgeführt wird (z.B. ein Sitz auf der anderen Wegseite). In diesen Fällen kann eine eindeutige und für den Hund verknüpfbare Belohnung nur schwer erfolgen, das Training dauert also entsprechend länger und ist für Dich und Deinen Hund viel anstrengender.

Um es Dir und Deinem Hund leichter zu machen, empfehle ich Dir, ein Signal zu benutzen, das die zeitliche Lücke zwischen dem tollen Verhalten Deines Hundes und Deiner Belohnung überbrückt. Dieses Signal nennt man Markersignal, weil es das belohnenswerte Verhalten Deines Hunde markiert, es also deutlich hervorhebt, wie z.B. ein bunter Stift das in einem Text tun würde.

Das Markersignal kommuniziert Deinem Hund: Das ist super, was Du da machst! Gleich kommt Deine Belohnung! Immer! Versprochen! Sieh es als eine Art Vertrag zwischen Dir und Deinem Hund: Immer (!), wenn das Markersignal ertönt, kann sich Dein Hund darauf verlassen, dass es eine Belohnung gibt. Die Art der Belohnung sollte variieren, aber bei Deinem Hund besonders zu Beginn des Trainings immer eine sehr freudige Reaktion hervorrufen.

Ich empfehle Dir, als Markersignal ein kurzes, prägnantes Nonsens-Wort zu benutzen, das Du sonst nicht benutzt. Beispiele: Click, Tack, Yep oder etwas ähnliches. Nutze dafür bitte keine Lobwörter, wie z.B. Super oder Prima, da diese Worte mit zu vielen Emotionen Deinerseits verbunden, dadurch in etwas haarigen Situationen nicht eindeutig nutzbar und somit für Deinen Hund nicht klar genug sind. Ein Lob ist kein Markersignal (aber nachdem Du das Markersignal benutzt hast, darfst Du selbstverstndlich tüchtig loben, während Du ihn belohnst). Oder Du benutzt gleich einen Clicker.

Immer, wenn Dein Hund etwas gut macht, benutzt Du dieses Signal und gibst ihm anschlieend seine Belohnung.

Beispiel: Du rufst Deinen Hund, er dreht sich ganz schnell zu Dir um. In der Sekunde, in der er sich umdreht, rufst Du Click und bietest ihm ein Stückchen Käse an. Das Click kam also für das schnelle Herumdrehen nach Deinem Rufen. Dadurch, dass Dein Hund sekundengenau für das Herumdrehen belohnt wurde, wird er das Verhalten in Zukunft häufiger zeigen.

Am Anfang muss die Belohnung sehr schnell nach dem Wort erfolgen, damit er versteht, worum es geht. Später hat die Belohnung durchaus einige wenige Sekunden Zeit.

Wenn Du das Markersignal öfters benutzt, wirst Du feststellen, dass Dein Hund auf dieses Wort sehr freudig reagiert.

Du kannst bei der Verwendung des Markersignals nicht viel falsch machen. Bei falscher Verwendung des Signals lernt Dein Hund vielleicht vorbergehend etwas Falsches, aber das kannst Du ganz leicht wieder umtrainieren (im Gegensatz zu Verhalten, das über Strafe erlernt wurde).

Das einzige, was Du nicht tun solltest, ist, das Markersignal als Rückrufsignal zu verwenden (weil der Hund ja immer so schön brav zurück kommt, wenn Du Click gesagt hast). Das, was Du markierst, ist das, was Du bekommst. Wenn Du also Deinen unaufmerksamen Hund, der gerade mit einer frischen Wildspur beschäftigt ist, mit dem Markersignal zu Dir rufst, wofür hast Du ihn dann belohnt? Für das Beschäftigen mit der frischen Wildspur... Und was passiert mit Verhalten, das belohnt wird? Na siehste

Also: Erst den Hund mit Namen rufen und wenn er sich dann herumwirft, um zu Dir zu fliegen, d a n n markierst Du dieses supertolle Verhalten mit Click und belohnst Deinen Hund sehr großzgig, wenn er bei Dir ankommt.

Deinen Hund zu belohnen, wenn er eine frische Wildspur aufnimmt, kann übrigens in Sachen Antijagdtraining durchaus sinnvoll sein, aber das ist dann schon die höhere Schule des Clickertrainings. Dazu befragst Du am besten den Trainer Deines Vertrauens.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Quelle: Hundeschule Holledau, Sonja Meiburg (zur Vervielfältigung wenden Sie sich bitte an die Autorin)

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